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Strukturformel: Mitaplatin
[Bildquelle: Internetchemie.Info]
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Laut Stephen Lippart, Chemiker am MIT und Inhaber der Arthur Amos Noyes Professur, bedingt diese differenzierte Wirkung die Fähigkeit des Mitaplatins, selektiv Krebszellen zu zerstören, nachgewiesen in einer Co-Kultur von Krebszellen und normalen fibroblatischen Zellen, von denen letztere bei den angewandten Mitaplatin-Dosen nicht beeinträchtigt wurden.
Wirkungsweise Die Forscher haben den Platinkomplex so ausgelegt, dass er, wenn es das Innere einer Zelle erreicht, durch intrazelluläre Reaktionen Cisplatin sowie zwei Einheiten Dichloroacetat abgibt. Auf diese Weise kann Mitaplatin auf die DNA des Zellkerns (mittels Cisplatin) und gleichzeitig auf die Mitochondrien (mittels DCA) einwirken und die Tumorzelle von zwei Seiten her angreifen: Das DCA fördert die Freisetzung von Apoptose (Zelltod) fördernden Faktoren der Mitochondrien durch Hemmung eines Schlüsselenzyms in Krebszellen (Pyruvat-Dehydrogenase-Kinase, PDK), das den Warburg-Effekt umkehrt. Das Cisplatin hemmt die DNA-Replikation durch Querverknüpfungen zwischen den beiden DNA-Strängen, so dass der Zellstoffwechsel zum Erliegen kommt und die Zelle abstirbt.
Weitere Forschungen Professor Lippard und seine Mitarbeiter konnten an Nagetieren zeigen, dass Mitaplatin im Vergleich zu Cisplatin vom Organismus in sehr viel höheren Dosen toleriert wird. Weitere Untersuchungen erfolgen an Mäusen, denen menschliches Gewebe transplantiert wurde. Für den Fall positiver und vielversprechender Testergebnisse planen die Chemiker weitere Studien, die das Potential des Mitaplatins für eine Krebstherapie demonstrieren sollen.
PNAS Artikel In ihrem PNAS-Artikel schreiben Shanta Dhara and Stephen J. Lippard über die Synthese, die Charakterisierung und die Eigenschaften des Mitaplatins, einem sechfach-koordinierten Platinkomplex der Formel cis,trans,cis-[Pt(NH3)2(O2C-CHCl2)2Cl2], mit zwei axial an einem Platin(IV)-Zentrum gebundenen Dichloracetat-Einheiten.
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